Soll ich mir die Beine für den Regenwald rasieren?

Der Alltag bei der Feldarbeit in Mittelamerika stellt manchmal seltsame Fragestellungen.

Heute die Frage: Soll ich mir die Beine rasieren wenn wir über einen Schmugglerpfad heimlich durch einen Fluß von einem mittelamerikanischen Staat in den anderen wandern?

1. Überlegung : wer sieht das Überhaupt?:

a. meine Kollegen max. 3 Personen

b. der Übersetzer

c. einer unserer Projektpartner der uns entgegen kommen wird um uns den Weg zu zeigen

ansonsten gibt es nur Wald, Fluß, Lianen, Fische, vielleicht ein paar Schlangen und Hühner. Eventuell Kinder und Anwohner der netten Siedlung die wir besuchen werden.

2. Überlegung: wie wichtig ist das mir?

irgendiwe schon wichtig, die deutschen Frauen hab sowieso den Ruf etwas ungepflegt daher zu kommen in Mittel- und Südamerika. Habe mich schon immer gewundert woran dass liegt, aber eignetlich liegt es irgendiwe auf der Hand:

a. deutsche Frauen die nach Südamerika fahren sind meisten die eher etwas abenteuerlichen

b. falls sie  zuhause in Deutschland doch gestyled und modebewusst sind, denken sie aus irgend einem Grund dass sie es in Südamerika auf Abenteuertour nicht sein sollten und hören plötzlich auf sich zu Pflegen.

Da ich selber „Halb Halb“, oder besser  gesagt „Ganz Ganz“ bin möchte ich natürlich beiden Seiten gerecht werden. Nicht zu gestyled (das würde meine deutschen Kollegen irritieren) aber auch nicht zu ungepflegt, denn dass würde den „Amerikanern“  das Bild bestätigen dass deutsche Frauen/Wissenschaftlerinnen eigentlich wie Männer sind.

ERGO: ich rasiere mir die Beine!

Ergebnis: ich fühlte mich wie in einer Lady-Shave Werbung, mit frischen glattrasierten Beinen im Regenwald, nicht nur lohnte es sich für den kurzen Übergang durch den Fluß, sondern auch später als wir mit den Mädchen der Mayafamilie im Fluß baden gegangen sind, strahlten meine beine vor Schönheit und Glattheit (Gillette wenn eine/r von euch das liesst ich bin als Werbepartnerin noch zu haben!) So tauchten wir dann mit den kleinen Mädchen (6 und 8 Jahre) um die Wette, wuschen uns mit Schwarz-Kopf mini Shampoo-Päcken die man auch im entlegensten Kiosk der Welt findet die Haare und alberten mit den Mädchen. Wärend wir so im Fluß plantschen fragte mich plötzlich die etwas frechere der beiden,  ob ich eine Dusche kenne, ich war zuerst nicht sicher was sie meinte und fragte nochmal nach, dann erklärte sie mir sie habe gehört dass es woanders Duschen gäbe, das seien so Rohre wo das Wasser hochginge und dann falle das Wasser von oben auf einen herrab. Ich bestätigte ihr das ich Duschen sehr wohl kenne und des öfteren benutze. Sie war sichtlich beeindruckt… wesentlich mehr als von meinen glattrasierten Beinen 😉

Schlußfazit: Auf alle fälle immer die Beine rasieren man/Frau weiß wirklich nie was noch kommt!

(in Moskau habe ich das einmal nicht gemacht und es wirklich bereut, aber das ist eine andere Geschichte …)

Wäschewaschen ohne Schongang

Wenn Frau längere Zeit unterwegs ist,  gibt es immer das selbe Problem: Wo und wie wasche ich meine Wäsche?

In kleinen Städtchen ist das meistens recht einfach, da Frau einfach irgendwo nachfragen kann, sei es in der Pension, Hotel etc. es findest sich meist schnell etwas. Oft wird dabei nach Kleidungsstück abgerechnet, was meistens 10-30 (EU)cent kostet. Gut ist es die Kleidungstücke zu zählen damit man naher sicher sein kann auch alle wieder zufinden.

Schwieriger wird es mitten im Regenwald, wenn es nur den Fluß, Eimer , Seife und ein Holzbrett gibt. Das ist echte Knochenarbeit. Nachdem die nette Mayafamilie bei der ich wohnte mir nun öfter die Wäsche wusch, wollte ich mich nicht lumpen lassen und meine Wäsche selber waschen, dies führte zur Belustiggung der gesamten Familie. Zuerst wurde mir langsam erklärt und gezeigt wie das zu waschende Kleidungstück eingeseift wird und wie es daraufhin auf dem Holzbrett gerieben wird, hierbei muss Frau den richtigen Rythmus finden: Seife, Textil mit zwei Händen gegen sich selber reiben, Texil auf Holzbrett reiben, Wasser drüber und wieder von vorne. Ich lies mich von den  ungläubigen Blicken der Familie nicht irritieren und legte los.  Dabei stellte ich mich so ungeschickt an, dass die Hausdame mir immer wieder lachend dazwischen funkte und mir versicherte sie könne das gerne für mich  übernehmen. Nach kürzester Zeit versammelten sich alle Kinder um mich herrum (sogar die der Nachbarn) um bei diesem seltenen Schaupiel zu zusehen und hatte alle herzlichen Spaß daran zu sehen wie dumm ich mich anstellte. Ich muss zugeben , ich war nach 3 Kleidungstücken fix und alle, und entschloß das die drei Stücke erstmal für den Tag reichten.

Falls ihr ein Sportprogramm sucht, schafft einfach eure Waschmaschiene ab und wechselt sie gegen ein Holzbrett, das wird euch bis an euer Lebensende fit halten, versprochen !